Organischer vs. anorganischer Schwefel

Organischer und anorganischer Schwefel haben eine positive Wirkung auf die Gesundheit des Menschen. Eine ausreichende Einnahme der Stoffe ist wichtig, damit unser Körper einwandfrei funktioniert. Organischer und anorganischer Schwefel werden in der Regel über die Nahrung aufgenommen. Sollte es nicht möglich sein, den Bedarf zu decken, können Kapseln oder Pulver mit organischem Schwefel (MSM) helfen, den Körper mit dem wichtigen Mineral zu versorgen, Schmerzen zu lindern und die Zellen zu schützen. Wie unterscheidet sich organischer vom anorganischen Schwefel?

Organischer Schwefel

Bei MSM handelt es sich um organischen Schwefel, der natürlich in pflanzlichen und tierischen Organismen vorkommt. „Organisch“ bedeutet nichts anderes, als dass die Verbindung auf Kohlenstoff basiert. Organische Stoffe enthalten mindestens ein Kohlenstoffatom. MSM ist die einfachste organische Schwefelverbindung und setzt sich aus zwei Kohlenstoffatomen, sechs Wasserstoffatomen, zwei Sauerstoffatomen und einem Schwefelatom zusammen. Daraus ergibt sich die Summenformel C2H6O2S.

Schwefel ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung und kann als essentieller Nährstoff nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Wir müssen darauf achten, dass wir ausreichende Mengen an Schwefel über eine ausgewogene Lebensweise zu uns nehmen. Allgemein geht man davon aus, dass der Großteil des Schwefels, der in der Nahrung enthalten ist, von den schwefelhaltigen Aminosäuren (SAA) Methionin und Cystein hergeleitet wird (1). Auch sie stellen eine Formen des organischen Schwefels dar.

Für schwefelhaltige Aminosäuren gibt es eine empfohlene Tagesdosis, die es um Ziel hat, den Stickstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Für Schwefel an sich gibt es keine empfohlene Tagesdosis oder eine Richtlinie zur angemessenen Zufuhr (1), obwohl der essentielle Nährstoff an lebensnotwendigen Prozessen des menschlichen Körpers beteiligt ist. Als organischer Schwefel wird MSM als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Personen, denen es nicht gelingt, ihren täglichen Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung zu decken, können den Defizit an Schwefel durch MSM ausgleichen, schmerzhaften Erkrankungen vorzubeugen und ihre Gesundheit zu fördern.

Der organische Schwefel wird zur Bildung vieler wichtiger Stoffe benötigt. Dazu zählen Aminosäuren, Hormone und Glutathion. Er spielt in der Herstellung von Kollagen eine Rolle, das uns eine schöne Haut verspricht. Die Einnahme von MSM durch Kapseln, Tabletten, Pulver oder andere Präparate steigert die Elastizität der Haut und reguliert ihren Feuchtigkeitshaushalt. Rötungen, Juckreiz und weitere Symptome von Hauterkrankungen können gelindert werden. Auch hat MSM eine positive Wirkung auf unsere Gelenke. Er schützt sie durch Schäden durch übermäßige Belastung. Das ist besonders für Arthrose-Patienten interessant, da MSM ihre Schmerzen nachweislich lindern kann. Durch eine Einnahme von MSM kombiniert mit Glucosamin und Chondroitin kann die positive Wirkung noch gesteigert werden. Auch für Sportler kann es sinnvoll sein, auf Kapseln oder Pulver zur Nahrungsergänzung zurückzugreifen, das neben MSM weitere Stoffe wie Vitamine enthält. MSM und Vitamin C bringen den Stoffwechsel auf Höchsttouren, Vitamin B6 wird zum Muskelaufbau benötigt.

Anorganischer Schwefel

Neben schwefelhaltigen Aminosäuren und MSM gibt es weitere Schwefelquellen in der Ernährung des Menschen. Dazu zählen anorganische Sulfate, die in Trinkwasser und bestimmten Lebensmitteln vorkommen, und schwefelhaltige Stoffwechselprodukte, die für Pflanzenarten aus der Gattung Allium, für Lauchsorten, und für Kohlgemüse charakteristisch ist (1). Dazu zählen:

  • Zwiebeln
  • Porree
  • Knoblauch
  • Weißkohl
  • Grünkohl
  • Brokkoli

Der Konsum von Lauchsorten und Kreuzblütlern wird mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Dazu gehört ein reduziertes Risiko, bestimmte Krebsarten zu entwickeln, wie Brust-, Prostata-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen- sowie Magen- und Darm-Krebs.

Personen, die regelmäßig Lebensmittel verzehren, die reich an anorganischem Schwefel sind, erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Auch sind sie besser vor neurodegenerativen Erkrankungen geschützt. Die förderliche Wirkung der Kreuzblütler auf die Gesundheit des Menschen dem anorganischen Schwefel und seinen Stoffwechselprodukten zugeschrieben. Anorganischer Schwefel ist für die Entgiftung des Körpers zuständig und leitet schädliche Giftstoffe aus. Er reduziert oxidativen Stress, der freie Radikale freisetzt. Er kann in allen Zellen des Körpers entstehen und allen Organen, und damit auch Gehirn und Herz, schädigen.

Die Menge an anorganischem Schwefel (Sulfat), die sich in unserem Leitungswasser befindet, ist rund um die Welt sehr unterschiedlich. Bei uns in Europa sind die Werte mit 260 µ/L sehr niedrig – gemessen in den Niederlanden (1). In Kanada befinden sich hingegen bis zu 22 mmol/L Leitungswasser.

 

Quellen & Studien

Doleman, Joanne F.; Grisar, Katrijn; van Liedekerke, Lena; Saha, Shikha; Roe, Mark; Tapp, Henri S.; Mithen, Richard F. (2017): The contribution of alliaceous and cruciferous vegetables to dietary sulphur intake. In: Food chemistry 234, S. 38–45. DOI: 10.1016/j.foodchem.2017.04.098.